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Q&A - Fragen und Antworten zu CLEAN WATER

Activity National International

Gibt es noch Fragen? Das Projektteam hat verschiedene Antworten rund um CLEAN WATER zusammengestellt.

Fragen und Antworten zu CLEAN WATER. Wenn Sie noch eine Frage haben, wenden Sie sich bitte an Peter Schweizer

Tadschikistan

Tadschikistan ist ein Hochgebirgsland, das an Usbekistan, Kirgisistan, die Volksrepublik China und Afghanistan grenzt. Mehr als zwei Drittel der Fläche sind Hochgebirge. Insgesamt verfügt Tadschikistan über mehr als 60 Prozent der zentralasiatischen Wasserressourcen in fester und flüssiger Form.

Bei 9.1 Mio. Einwohnern wird ein Bruttoinlandprodukt von 7.52 Mrd. USD erzielt, das sind 950 USD pro Einwohner (Schweiz: 84‘200 USD) – Kaufkraftbereinigt entspricht dies 3200 UDS pro Einwohner. Damit gehört Tadschikistan zu den ärmsten Ländern der Erde und ist die ärmste der ehemaligen Sowjetrepubliken. 

Das Land ist seit 1991 unabhängig (früher war es ein Teil der Sowjetunion). Der 1997 beendete Bürgerkrieg hat die Infrastruktur stark beeinträchtigt. Sie entsprach im Jahr 2017 gemäss einem Schweizer Helfer jener in der Schweiz vor über 100 Jahren.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion brach das zuvor gut ausgebaute Gesundheitswesen zusammen, dies auch durch den Wegzug eines Teils der russischstämmigen Bevölkerung. 2017 lag die Säuglingssterblichkeit bei 3,0 %. 32% der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt und gemäss UNO sind rund 33% der Menschen in Tadschikistan unterernährt.

Die Hauptstadt Duschanbe ist mit etwas über 800’000 Einwohnern die grösste Stadt des Landes. Duschanbe ist seit 1973 Partnerstadt der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt sowie seit 1990 der baden-württembergischen Stadt Reutlingen.

Tadschikistan ist laut seiner Verfassung eine demokratische Präsidialrepublik, gilt jedoch als einer der repressivsten Staaten der Welt. Nach dem Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index) von Transparency International lag Tadschikistan 2017 von 180 Ländern auf dem 161. Platz.

Die Tadschiken sind sprachlich, kulturell und ethnisch eng mit den Persern verwandt.

Die Wirtschaft ist stark abhängig von den Rücküberweisungen der in Russland lebenden und arbeitenden knapp 1 Million zählenden Auslandstadschiken. Schätzungen zufolge machen ihre Überweisungen knapp 50 % der Wirtschaftsleistung aus.

Quellen: Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Tadschikistan); CIA World Factbook (https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ti.html)

Warum sollen wir Lions helfen ?

Wir sind nicht die einzigen, die den Tadschiken helfen. Die Schweiz hat die Situation des Landes und seiner Bewohner/innen längst erkannt. So helfen in Tadschikistan seit Jahren die DEZA[1], SECO[2], Schweizer Hausärzte[3] und Schweizer Chirurgen[4] sowie u.a. die OSZE[5] und das UNICEF[6].

Diese Organisationen kehren die Frage um - eine Frage, die wir uns bei Hilfsaktionen in Afrika kaum noch stellen: Warum sollten wir der Bevölkerung nicht helfen? Die Tadschiken sind ein freundliches Volk, unverschuldet in eine wirtschaftlich enorm schwierige Situation geraten und dankbar für Unterstützung.

„Die finanzielle Unterstützung des Gesundheitswesens ist mit 21 Dollar pro Bewohner und Jahr sehr gering“ (Bericht eines jungen Gefässchirurgen in der Basler Zeitung vom 28. Dezember 2019).

[1] Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit

[2] Staatssekretariat für Wirtschaft https://www.seco.admin.ch/seco/de/home.html

[3] Schweizer Hausärzte https://www.hausaerzte-fuer-tadschikistan.ch/

[4] Schweizer Chirurgen https://www.swiss-surgical-teams.org/

[5] Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit https://www.osce.org/programme-office-in-dushanbe

[6] Uno-Kinderhilfswerk https://www.unicef.org/tajikistan/)

Weshalb unterstützen wir Abwasserreinigunssysteme und nicht Trinkwasser-Projekte?

Nur 18% der Bevölkerung in kleinstädtischen und 0.2% in ländlichen Gebieten haben Zugang zu Abwasserreinigungssystemen. Daher hat Tadschikistan die zweithöchste Rate an Durchfallerkrankungen und die neunthöchste durchfallbedingte Todesrate weltweit. Betroffen sind vor allem Frauen und Kinder. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 5.9% (CH 0.39%).

Eine Verbesserung der Abwassersituation führt zwingend auch zu einer Verbesserung der Trinkwassersituation.

Woraus besteht unsere Hilfe?

Wir beabsichtigen, eine erste Abwasserreinigunsanlage (DEWATS Decentralised Wastewater Treatment System) als Pilotprojekt für 2 Spitäler (235 + 35 Betten) südlich der Hauptstadt Duschanbe zu realisieren. Damit wollen wir die Zusammenarbeit mit Regierungsstellen, Spitalpersonal und unserem lokalen Partner BORDA testen und festigen. Das Pilotprojekt umfasst zudem die wichtige Hygieneschulung des Spitalpersonals und die Schulung des Betriebspersonals.

Verläuft das Pilotprojekt erfolgreich, sind 4-6 weitere DEWATS für Spitäler und Schulen geplant.

Weshalb lösen die Tadschiken ihre Probleme nicht selbst?

Das Land stemmt einige wenige Grossprojekte (Stauseen, Wasserkraftwerke), kann aber nur einen kleinen Teil der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser und Abwasserreinigungsanlagen versorgen. Verschmutzte Bäche, Seen und verseuchtes Grundwasser sind die Folge. Tadschikistan, das ärmste Land der ehemaligen UdSSR, hat Hilfe absolut nötig. Aus diesem Grund sind die oben genannten Organisationen dort tätig.

Wie wird sichergestellt, dass unser Geld in die richtigen Taschen fliesst?

Wir sind uns des Themas Korruption bewusst. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir das Projekt so aufgesetzt haben, dass das Risiko minimiert ist, dass Lions-Gelder in falsche Taschen fliessen. Weshalb:

Zum einen arbeiten wir mit dem erfahrenen Partner BORDA zusammen, der in ähnlichen Ländern bereits hunderte DEWATS erstellt hat. Gleichzeitig hat Past Distrikt Governor Peter Molinari, ehemaliger Chef der Unterengadiner Kraftwerke und im Projektteam verantwortlich für die Technik, ähnliche Projekte in Nepal betreut.

Zum anderen bezahlen wir nur erfüllte Leistungen: Der MD 102 hat mit BORDA ein auf Meilensteinen basiertes Budget vereinbart. Erfüllt BORDA einen Meilenstein, gibt der MD 102 den entsprechenden Betrag frei – sofern dies das Sammelergebnis zeitnah erlaubt. Andernfalls finanziert BORDA Meilensteine oder, im schlechtesten Fall, das ganze Pilotprojekt.

Dieses Vorgehen hat sich bspw. in Malawi (Platz 120), wo der Lions Club Forch ein Projekt unterstützt hat, bestens bewährt.

Wie wird sichergestellt, dass die DEWATS seriös gebaut und nachhaltig unterhalten werden?

Unser Vertragspartner BORDA, mit dem wir einen Letter of Intent LOI unterzeichnet haben, hat in ähnlich schwierigen Ländern bereits hunderte DEWATS realisiert. Das Projektteam zählt auf die Erfahrung von BORDA, wird jedoch das Pilotprojekt bei Duschanbe eng verfolgen und die Baustelle besuchen. Peter Molinari, Mitglied des Projektteams, bringt grosse Erfahrung mit aus vergleichbaren Projekten in Nepal.

Die DEWATS besteht aus Elementen, durch die das Abwasser ohne Fremdenergie fliesst, also rein durch Gravitation. Es handelt sich um eine einfache aber effiziente Technologie, die ohne Spezialwissen gewartet und unterhalten werden kann.

Am Lions Tag würden wir lieber eine eigene Activity mit eigenem Spendenzweck durchziehen. Weshalb schreibt uns der MD 102 einen relativ schwierig zu vermittelnden Spendenzweck vor?

Der MD 102 Schweiz-Liechtenstein hat letztmals am Lions Tag vom 12. Mai 2007 mit Sodis einen Spendenzweck vorgegeben: Sodis wurde ein grosser Erfolg. Wir sind überzeugt, dass CLEAN WATER ebenfalls ein erfolgreiches Projekt wird, das uns zudem den Blick auf eine bisher unbekannte Region öffnet.