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«Erst mit der Unbeschwertheit kehrt auch der Fasnachtsgeist wieder zurück!»

People

PRÄSIDENT LC FARNSBURG UND AKTIVES WAGENCLIQUE-MITGLIED ZUR BASLER FASNACHT

Leider wurden auch dieses Jahr sämtliche Fasnachtsveranstaltungen in Basel der Pandemie zu Folge abgesagt. Dies schmerzt nicht nur die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer. Vor allem die vielen aktiven Fasnächtler, ob in Cliquen oder Guggenmusiken, bedauern das Wegfallen der diesjährigen «drey scheenschte Dääg» sehr. Dominik Marbet, Mitglied der Wagenclique «Däfilutscher» und amtierender Präsident des LC Farnsburg, im Interview …

Kurzporträt

Dominik Marbet blickt auf knapp 20 Jahre Erfahrung im Bereich Unternehmenskommunikation in verschiedenen Unternehmen sowie Verbänden zurück. Aktuell ist er Head Public Affairs & Sustainability bei der Baloise Group. Nach einem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Basel liess sich Dominik Marbet zum eidgenössisch diplomierten PR-Fachmann ausbilden. Er besitzt zudem einen Executive Master of Science in Communications Management der Universität Lugano sowie ein CAS in Wirtschaft und Politik der Universität St. Gallen. Er ist seit 2010 Mitglied des Lions Clubs Farnsburg und seit Sommer 2020 Präsident des Clubs

Tobias Jäger: Ein schwieriges Jahr ging soeben zu Ende … Und 2021 dürfte nicht minder herausfordernd werden. Welchen Wunsch verknüpfst du insbesondere dieses Jahr mit dem Neujahrsstart?

Dominik Marbet: Ich wünsche mir, dass wir alle gelassener werden und uns an dem freuen, was wir haben, und nicht darüber nachdenken, was uns fehlt. Und ich wünsche mir wieder physische Lions-Meetings, da der soziale Kontakt das Wichtigste überhaupt ist.

Viele traditionelle Volksanlässe wurden in diesem Jahr bereits abgesagt. Unter anderem auch die Basler Fasnacht. Was bedeutet das genau für dich?

Der «Hammer» ist nicht ganz so schlimm wie im letzten Jahr. Es war absehbar. Die Absage schmerzt aber, weil sie zeigt, dass uns in dieser Pandemie die «Unbeschwertheit », welche ich auch mit der Fasnacht verbinde, abhandengekommen ist.

Das Herz schmerzt in diesem Fall wahrscheinlich mehr als der Geldbeutel, oder?

Als Aktiver schmerzt das Herz wesentlich mehr, im Wissen darum, dass viele von der Fasnacht leben. Angefangen von den Larvenateliers über die Laternenmaler bis hin zu den Gastro-Betrieben.

Wie erkläre ich einem «Nicht-Basler», warum die Fasnachtsrituale in Basel derart einzigartig sind?

Das Spezielle an den «drei schönsten Tagen » ist nur schwer zu erklären, man muss die Stimmung selbst erleben. Der «Morgestraich» mit den Laternen, der Cortège mit den Waggis-Wagen und den vielen ausgespielten insbesondere lokalen Sujets, die Schnitzelbänke, die Kinderfasnacht am Dienstag und das «Gässeln» in den Abendstunden. Es gibt keine sozialen Abstände. Ob CEO oder einfacher Arbeiter, alle sind gleich und meist auch in derselben Clique. Für drei Tage sind alle Fasnächtler und eine Familie.

Wann beginnt normalerweise die Planung einer «normalen» Fasnachtsaison?

Wir sind eine Wagenclique und beginnen jeweils im Sommer mit den Planungen der nächsten Fasnacht und des Sujets. Da ich noch in einer Clique bin, welche nur am Fasnachtsdienstag unterwegs ist, laufen immer zwei Planungen parallel. Tambouren und Pfeifer sind allerdings fast das ganze Jahr mehr oder weniger mit der Fasnacht verbunden, damit sie musikalisch nicht aus der Übung kommen.

Stell uns doch deine Clique mit 2–3 prägnanten Sätzen kurz vor.

Unsere Wagenclique Däfilutscher wurde 1982 gegründet, und wir sind seit 1983 als Waggis auf der Strasse unterwegs. Auch bei uns wird getrunken und gelacht, wir sind aber keine «Suffkepf». Die Nachwuchspflege wird grossgeschrieben, denn unsere Kleinen machen seit über 15 Jahren an jedem Cortège (Umzug) vorne auf dem Traktor mit. Als Wagenclique sind wir zudem nur am Montag und Mittwoch auf dem Cortège unterwegs.

Und was ist deine Funktion innerhalb deiner Clique?

Wir sind ja «nur» 10 Aktive, da macht jeder fast alles. Aber meine Schwerpunkte liegen im «Verseschreiben», welche auf den Wagen geschrieben werden, und in allen Fragen, wo es um die Öffentlichkeitsarbeit geht.

Was wünschst du dir für die «Basler Fasnacht 2022», ausser natürlich, dass sie stattfinden wird?

Ich wünsche mir, dass wir wieder zur Unbeschwertheit zurückfinden, welche eine Fasnacht ausmacht. Erst wenn aktive Fasnächtler und die Zuschauerinnen und Zuschauern sich unbeschwert begegnen und gemeinsam in die Fasnacht eintauchen, weiss ich, dass der Fasnachtsgeist wieder da ist.

Interview: Tobias Jäger