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«Ohne Freundschaft wäre ich nie eine Leo geworden»

People

COLETTE KÄSLIN, PRÄSIDENTIN LEO SCHWEIZ-LIECHTENSTEIN 2021/2022, IM INTERVIEW Das sagt die amtierende Präsidentin Leo Schweiz-Liechtenstein auf die Frage, was ihr denn Freundschaft bedeute. Mit dieser Aussage spricht sie wohl vielen Leos und auch Lions aus dem Herzen. Freunde zu finden ist nicht einfach, sie zu behalten, meist noch viel schwieriger. Colette Käslin erzählt im Interview, welches die besten Möglichkeiten sind, Leos und Lions zusammenzubringen, und bringt auf den Punkt, dass Freundschaften ohne Kontakte nicht aufrechterhalten bleiben können.

Colette Käslin ist zu Studienzwecken im Jahr 2013 von Luzern nach Basel gezogen. Kurz darauf wurde sie Mitglied im Leo Club Basel und ab 2015 Mitglied im Vorstand als Activity-Verantwortliche. Ihr letztes Semester an der Universität Basel hatte Colette in Finnland verbracht und daher ihr Amt im Vorstand abgegeben. Als sie zurückkam, wohnte sie eine Zeitlang wieder in Luzern für ihre Anwaltspraktika bei Gericht, Kanzleien und der Prüfgesellschaft «EY». Während dieser Zeit hatte sie sich als District Secretary für den Leo Schweiz-Liechtenstein engagiert. Dieses Jahr hat Colette das Anwaltspatent des Kantons Luzern bestanden und ihre neue Stelle bei KPMG in Zürich angetreten. Darüber hinaus wurde sie als neue Präsidentin des Leo Schweiz-Liechtenstein gewählt.

Tobias Jäger: Was bedeutet Freundschaft für den Leo Schweiz?
Colette Käslin:
Ohne Freundschaft wäre ich nie ein Leo-Mitglied geworden. Ich bin über meine Freundin Julia Eichenberger in den Leo Club Basel gekommen. Meiner Ansicht nach ist die Freundschaft die treibende Kraft für neue Mitglieder und auch der Hauptgrund für das Bestehen einzelner Leo Clubs. Daher ist die Freundschaft sehr wichtig und muss auch dringend gepflegt werden innerhalb der Clubs.

Infolge der Covid-Massnahmen war es natürlich erschwert, sich persönlich zu treffen. Viele Clubs waren in dieser Zeit jedoch sehr kreativ und blieben in gutem Kontakt mit ihren Mitgliedern. Der Vorstand Leo Schweiz-Liechtenstein hat dann auch einen Activity Challenge Award verliehen an den Leo Club Limmattal, welcher sich im Speziellen hervorgetan hat. Vielen Dank nochmals an alle Mitglieder, dass sie diesen erschwerten Bedingungen trotzten.

Wie sieht das Ganze mit Freundschaften im realen Leben, im «real life» aus?
Ich persönlich verfüge über keine Social Media Accounts und vermisse diese auch nicht. Alle meine Freundschaften finden im «real life» statt, dies ist für mich sehr wichtig. Natürlich benutze ich WhatsApp und andere elektronische Hilfsmittel, um in Kontakt zu treten mit den Mitgliedern, ohne wäre es heutzutage wohl undenkbar. In meiner Position als Präsidentin kann ich jedoch nicht gänzlich auf Social Media verzichten, daher bin ich sehr froh, dass diese Aufgabe von Julia Eichenberger als District-Communications-Verantwortliche übernommen wird.

Meiner Meinung nach sind persönliche Treffen vor allem wichtig für neue Mitglieder, da diese sich noch nicht gut auskennen und via Teams/Zoom oder Mail keine tiefe Bindung geschaffen werden kann. Weiter wird an diesen Treffen neben der eigentlichen Activity oder Sitzung viel Persönliches ausgetauscht, und für mich machen diese persönlichen Geschichten und Erlebnisse einen Club aus. Virtuelle Treffen haben aber sicher auch ihre Vorteile, da man sich so den Reiseweg ersparen kann. Von meinen Mitgliedern wurde auch der Wunsch geäussert, dass mindestens ein nationales Treffen virtuell stattfinden soll. Diesen Wunsch setze ich gerne um und verbinde die Sitzung gleich mit einer virtuellen Bierbrauereiführung.

«Das gesellschaftliche Zusammensein und der regelmässige Austausch mit Freunden machen das Leo-Clubleben aus. Dies gilt genauso auch für die Pflege von Beziehungen zu seinen Patenclubs.» Fabrizio Santamato, Leo Schweiz-Liechtenstein Präsident 2019/2020

Sind Freundschaften zwischen Leos und Lions einfach zu finden?
Die beste Möglichkeit, Freundschaften entstehen zu lassen zwischen Leo- und Lions-Mitgliedern ist eine gemeinsame Activity. Der Leo Club Basel wird sehr oft von Lions Clubs in Basel angefragt oder eingeladen für gemeinsame Activities, wofür wir sehr dankbar sind. Es macht sehr viel Spass, mit den Lions gemeinsame Activities zu erleben, und so können wir auch für eigene Vorhaben vom Wissen der Lions profitieren.

«Bereits in der Gründungsphase unseres Leo-Clubs habe ich sehr viel Unterstützung durch unsere Lions-Patenclubs erfahren. Diese Verbindung entwickelte sich zu einer freundschaftlichen und wertvollen Beziehung weiter, von der heute alle unsere Clubs profitieren. Auch ausser halb des Lions-Alltags sind dadurch Freundschaften entstanden, und man trifft sich auch mal zum Abendessen oder zu einem interessanten Austausch.» Carl-Luis Werner, District GMT, Leo Schweiz-Liechtenstein Präsident 2018/2019)

Im August habe ich mit dem Leo Zürich und dem Lions Zürich-Viadukt die Bergbauernfamilie Brog in Meiringen besucht. Der Lions Club Zürich-Viadukt unterstützt diese Familie schon seit längerer Zeit, es war wirklich schön, zu sehen, wie viele Projekte so bereits realisiert werden konnten. Zudem konnte ich mich mit den Lions sehr gut austauschen und ich hoffe, diese bald nochmals besuchen zu dürfen.

«Es braucht immer wieder Überwindung und Mut, an internationalen Anlässen teilzunehmen. Schlussendlich lohnt es sich jedoch immer, da ich schon einige schöne internationale Freundschaften schliessen konnte. Trotz den Distanzen ist man sich nah im Kontakt und in den gemeinsamen Zielen.» Michèle von Moos, District Secretary, District ILO

Diese Freundschaften auch aufrechtzuerhalten ist aber eine Herausforderung, oder?
Freundschaften bestehen immer aus Erlebnissen und Erinnerungen. Ohne Kontakt kann keine Freundschaft aufrechterhalten bleiben, dies gilt auch für die Verbundenheit zwischen den einzelnen Mitgliedern. Daher ist die Zusammenarbeit zwischen dem Leo Club und seinem Patenclub so wichtig und kann zu Freundschaften führen, welche von langer Dauer sind. Die meisten sehr aktiven Leo-Mitglieder pflegen guten Kontakt mit Lions-Mitgliedern, dies stärkt das Gefühl für Zusammengehörigkeit und motiviert enorm, um eigene Activities zu organisieren und sicherlich Mitglied im Club zu bleiben. Der Austausch von Erfahrung auf Clubebene und auch aus seinem eigenen Leben ist sehr hilfreich und wird sehr geschätzt. Schlussendlich dürfen wir nie vergessen, dass wir eine Organisation sind und gemeinsame Ziele verfolgen.

Colette Käslin, Tobias Jäger