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Tradionelle Musikkunst – modern interpretiert

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Adolf Zobrist, auch bekannt als «Alphornist», schafft den Spagat zwischen traditioneller Musikkunst und moderner Interpretation.

Er bezeichnet sich selbst als musikalischen Grenzgänger. Adolf Zobrist, auch bekannt als «Alphornist», schafft den Spagat zwischen traditioneller Musikkunst und moderner Interpretation. Im Interview erzählt der vielseitige Musiker, wie er traditionelle Klänge in die heutige Zeit mitgenommen hat und wie die Reaktionen des Publikums ausfallen.

Tobias Jäger: Lieber Adolf, wer bist du?
Adolf Zobrist:
Ich bin ein passionierter Alphornist, welcher diesem Instrument neben all seinen traditionellen Tönen zwischendurch gerne auch neue Klänge entlocken will. Sozusagen bin ich ein musikalischer Grenzgänger. Beruflich arbeite ich in der Bundesverwaltung in Bern. «Alphornist» ist übrigens auch mein Künstlername.

Warum hat es dir gerade ein solch traditionelles Instrument wie das Alphorn besonders angetan?
Zobrist: Da ich in einer volksmusikalischen Familie aufgewachsen bin, hatte ich das Glück, dieses wunderbare Instrument bereits als Kind vom Vater erlernen zu  dürfen. Die einfachen Klänge und Melodien haben mich von Anfang an sehr fasziniert.


Du bist gelernter Musiker und Sänger. Spielst du heute auch noch andere Instrumente?
Zobrist: Das ist so nicht ganz korrekt … Mein musikalischer Werdegang ist immer hobbymässig abgelaufen. Ich habe zwar eine Zeit lang mit dem Beruf des Musikers
geliebäugelt, es aber dann sein lassen. Neben dem Alphorn spiele ich die Klarinette
und das Saxophon. 

Wie vereinbarst du «traditionell und modern» als Alphornist?
Zobrist: Man soll nie seine Herkunft vergessen. Mit diesem Leitsatz gelingt es mir eigentlich immer,von ganz weit hinten bis ganz weit nach vorne zu musizieren. Dabei
versuche ich die Situation beim Auftritt zu erfassen um mich dann nicht in die
unpassende «Musikecke» zu verirren – eine spannende Herausforderung.

Wie kommt diese «Mischung» bei den jungen Menschen und Zuhörern an?
Zobrist: Da bin ich immer wieder überrascht, wie offen die jungen Menschen sind. Sie zeigen Interesse an der Entstehung dieser Töne und sind sehr angetan von den Möglichkeiten dieses einfachen «Holzrohrs».

Können Traditionen aus deiner Sicht «modernisiert» werden, oder sollen sie so überliefert werden, wie sie schon immer waren?
Zobrist: «Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers. » Dieses berühmte Zitat ist meine Metapher bezüglich der Tradition. Wenn Traditionen nicht «modernisiert» werden, dann interessiert sich irgendwann niemand mehr dafür. 


Welches ist deine Lieblingstradition, die auch in der heutigen, modernen und schnelllebigen Zeit noch begangen wird – oder begangen werden sollte?
Zobrist: Wenn der Mensch eine Tradition ist, dann wäre das meine Lieblingstradition. Mit all seinen Ecken und Kanten. 

Werden wir dich auch einmal an einem Lions-Anlass zu hören bekommen?
Zobrist:  Wenn sich die Möglichkeit bietet, dann bin ich immer sehr gerne dabei. Es hat auch schon solche Momente gegeben. Also, bis zum nächsten Mal – ich freue
mich drauf.

Interview: Tobias Jäger
www.alphornist.ch