Activities

Warum hat sich der Lions District 102 W entschieden, Partner dieses Programms zu werden?

Im Jahr 1925, anlässlich der Internationalen Convention in Cesar Point (Ohio), hat Helen Keller die Lions herausgefordert, “die Ritter der Blinden im Kreuzzug gegen die Finsternis“ zu werden. 

Seit mehr als 100 Jahren haben die Lions aus der ganzen Welt in zahlreichen Projekten mitgewirkt. Denken wir namentlich an die Sight First und Sight First II-Kampagnen. Die Hilfe bezog sich auf einfache Sehbehinderungsprobleme, die wir bei uns in der Schweiz nicht oder nicht mehr kennen, z.B. Tragen von passenden Brillen oder Operation des grauen Stars.

Trotzdem bedeutet die Sehbehinderung oder die Blindheit in der Schweiz eine tägliche Herausforderung für viele Personen. Die Hornhauttransplantation bildet eine therapeutische Antwort, um viele von unseren Mitbürgern aus dem Dunklen zurückzuholen.

Das Team des Governors, bestehend aus Christian Binggeli, Georges Luggen, Jürg Vogt und Laurent Magnin, hat einstimmig beschlossen, dieses Projekt durch eine mehrjährige Partnerschaft zu unterstützen.

Wir hoffen dass diese Kontinuität es erlauben wird, wirkliche Änderungen in diesem gesellschaftlichen Thema zu erreichen, Thema, das in unserer Tragweite und vor unserer Tür steht.

Was sind die Ziele?

Partner des PLDO (Programme Latin de Don d’Organe) sein und sie auf verschiedene Ebenen unterstützen :

Finanziell: Kauf von spezifischem Material wie z.B. ein Entothel-Mikroskop Konan, Ausbildung, Kongresse, …

Logistisch: Informationsverbreitung

Um idealerweise : die Information weiterzuleiten

Die Gesellschaft auf dieses gesundheitliche Problem aufmerksam zu machen

Die Zahl der potentiellen Spender erhöhen

Die Zahl der wirklichen Spender erhöhen

Die Warteliste der Personen, die eine Transplantation in der Schweiz benötigen, zu kürzen.

Welche Aktionen sind vorgesehen ?

Wie können Sie dieses Programm in Ihrem Club unterstützen ?

Indem Sie potentielle Hornhautspender werden

Indem Sie Veranstaltungen für die Förderung der Hornhautspende organisieren

Indem Sie diese Partnerschaft mit einer Spende auf dem untenstehenden Konto einzahlen

 

BANQUE CIC - SUISSE

Numéro iBAN : CH14 0871 0029 4817 2200 4Numéro de compte : 29481722004 Rubrique : « Dons de cornée »Titulaire du compte : District 102 Ouest

Fragen und Antworten

Was ist die Hornhaut ?

Die Hornhaut ist die vordere Membrane des Auges. Sie ist durchsichtig und fest (12 mm Durchmesser, 500 bis 700 Mikrometer dick) und aus mehreren Schichten gebildet. Sie ist eine der wichtigsten lichtbrechenden Linsen des Auges. Seine Funktionen: Schutz des Auges, Lichtvermittlung und –brechung.

Kann man mit einer teilweise oder sogar völlig beschädigten Hornhaut leben?

Ja. Es ist z.B. der Fall in der ersten Phase des Keratokonus, eine Augenkrankheit die ein verschwommenes (Nebelgefühl) und verzerrtes Bild (Astigmatismus) sowie eine Lichtempfindlichkeit und Entzündung des Auges verursacht. Bei diesem Stadium können die Brillen diesen Sehfehler korrigieren. Diese Krankheit kommt beim Jugendlichen zum Ausbruch und kann bis zum Erwachsenenalter andauern. Bei einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit wird die Person stark astigmatisch, weil die Hornhaut seine Kugelform verliert und sich vertrübt, was zu einer komplett verschwommenen Sicht führt. In diesem Fall sprechen wir von Sehbehinderung und nicht von Blindheit. Die einzige Behandlung ist in diesem Stadium die Hornhauttransplantation.

Warum und für wen sucht man Spender?

Eine Hornhauttransplantation ist praktiziert wenn die Verschlechterung der Hornhaut eine Minderung der Sicht oder Schmerzen verursacht, die die täglichen Aktivitäten erschweren. Nach einer Verletzung (Unfall oder Verbrennung), einer Viruskrankheit oder einer erblichen Krankheit (Keratokonus) kann die Hornhaut unter Narben, Trübungen (Transparenzverlust) und/oder Verzerrungen (Beeinträchtigung der Kugelform) leiden. Die Hornhauttrübung ist verantwortlich für 20 % der Blindheitsfälle.

Wieviele Personen in der Schweiz warten auf eine Hornhauttransplantation?

Ungefähr 800 Personen in der Schweiz warten gegenwärtig auf eine Hornhauttransplantation. Diese Zahl ist leider sehr hoch, dies umso mehr, da die Prognose dieser Intervention sehr gut ist.

Wer kann seine Hornhaut spenden?

Viele Leute können ihre Hornhaut spenden. Dieses Bindegewebe wird dem Verstorbenen entnommen, die vor ihrem Tod sich grosszügig als Spender angemeldet haben, oder mit dem Einverständnis der Angehörigen.

Bis zu welchem Alter kann man seine Hornhaut spenden?

Theoretisch gibt es keine obere Altersgrenze, um seine Hornhaut zu spenden.

Wie erfolgen die Auswahl des Spenders und die Entnahme?

Diese Verfahren halten die im Transplantationsgesetz (in Kraft seit 2007) und seinen Verordnungen festgehaltenen Grundsätze ein. Es handelt sich unter anderem um: Einholung der Zustimmung, keine medizinische Gegenanzeige betreffend Entnahme, Respekt des Körpers, Unentgeltlichkeit der Spende, Rückverfolgbarkeit der Verfahren und gesundheitspolizeiliche Sicherheit. Die Hornhaut wird beim Verstorbenen idealerweise 24 Stunden, maximal aber 48 Stunden nach dem Tod entnommen. Die Hornhautentnahme erfolgt entweder in einem Operationssaal während einer Organentnahme oder in einem für die Organentnahme bestimmten keimfreien Saal im Falle einer post-mortem-Entnahme. Es wird nur die Hornhaut entnommen. Ein Augendecker wird dann eingesetzt, damit der Augapfel sein Aspekt behält. So wird der Körper des Verstorbenen respektiert, was sehr wichtig ist für die Akzeptanz der Hornhautspende durch die Familien. Eine Blutprobe für die Realisierung der gesetzlichen Serologien wird beim Spender gemacht. Die Hornhaut wird dann in einer Hornhautbank aufbewahrt. Der verantwortliche Arzt für die Hornhautbank stellt sicher, dass die Entnahme tadellos durchgeführt wird.

Was ist eigentlich eine Hornhautbank ?

Bevor die Hornhaut transplantiert wird, muss sie unbedingt in einer anerkannten Hornhautbank aufbewahrt werden, damit sie gemäss gut etablierten europäischen Verfahren kontrolliert und eingeschätzt werden kann (European Eye Bank Association). Der verantwortliche Arzt für die Hornhautbank ist verantwortlich für die Gültigkeitserklärung der gesundheitspolizeilichen Kontrollen und für die Qualität des Transplantates. Die Kontrollen der gesetzlichen Serologien auf dem Blut des Spenders müssen eine negative Antwort auf die verschiedenen Tests für die Erkennung von Krankheiten, die potenziell übertragbar sind. Die mikrobiologischen Kontrollen des Transplantatumfeldes während seiner Aufbewahrung müssen ebenfalls negativ sein. Die Transparenz des Transplantates ist mit der Zellenanzahl und mit seiner Morphologie verbunden. Die Endothelzellen, die sich auf der Innenseite der Hornhaut befinden, werden mit dem Mikroskop überprüft, um ihre Qualität zu anerkennen. Ihre Anzahl muss ebenfalls optimal sein für gewisse Transplantationsangaben. Die als gesund und konform bezeichneten Hornhaute werden dann für einen bestimmten Patienten an ein Transplantationsteam weitergeleitet.

Gibt es « künstliche » Hornhaute ?

Künstliche Hornhaute befinden sich in der Planung in spezialisierten Forschungslaboren. Die Resultate sind ermutigend.

Kann man eine Abstossung der Transplantation machen?

Da die Hornhaut keine Blut- und Lymphgefässe hat, gibt es nur sehr selten Abstossungen. Bei einer Hornhauttransplantation braucht es keine ärztliche Anordnung von Immunsuppressoren. Augentröpfe werden nach der Transplantation für einige Monate verschrieben. In sehr seltenen Fällen übersteht der Transplantat der Transplantation nicht. Man spricht eher von einem Misserfolg der Transplantation. In diesem Fall ist eine neue Transplantation vorgesehen.

Welche sind die Resultate einer Hornhauttransplantation?

Die Hornhauttransplantation ist die einfachste der Gewebetransplantationen. Nach dem Eingriff kann der Patient seine täglichen Aktivitäten wieder aufnehmen. Die Wiedererlangung einer guten Sehschärfe kann aber 12 bis 18 Monate brauchen, je nach Zustand des Patienten und seines Auges. Wie jede andere chirurgische Operation kann diese auch einige Risiken und/oder Komplikationen aufweisen, aber es ist eher selten der Fall. Die meisten Augenoperationen weisen keine Probleme auf und die Erfolgsquote ist ausgezeichnet.

Was ist der „PLDO“?

Der „Programme Latin de Don d’Organes“ (PLDO) wurde im Jahr 2008 auf die Beine gestellt, gerade nach dem Inkrafttreten des Transplantationsgesetzes und seiner Verordnungen. Er hat zum Zweck:

  • die Unterstützung der dem PLDO angehörigen Spitäler bei der Umsetzung ihrer gesetzlichen Verpflichtungen im Rahmen der Spende

  • Sicherstellen, dass die verstorbenen Personen als potenzielle Spender gekennzeichnet sind

  • Sicherstellen, dass den Angehörigen mit Anteilnahme entgegen gekommen wird
  • die Organ- und Gewebespender in den sieben französischsprechenden Kantonen mit den selben Verfahren zu betreuen.

Unter der Verantwortung des PLDO haben die lokalen Koordinatoren im Rahmen der Hornhautspende die Pflicht, die Spender zu identifizieren und zu erfassen, das Suchen nach Gegenanzeigen (Dossier des Patienten) zu ermitteln und das Einverständnis der Angehörigen einzuholen, sowie die Organisation der Entnahme und das Verwalten der Dokumente durchzuführen.

Gibt es eine Hornhautbank in der Schweiz ?

Es existieren 6 Hornhautbanken in der Schweiz : Bern, Zürich, Luzern, Olten, Lausanne und Genf. Die Hornhautbank von Genf (BDCG) wurde im März 2013 eröffnet. Sie ist beim „Laboratoire de Thérapie Cellulaire des Hôpitaux Universitaires de Genève“ angesiedelt. Das Umfeld ist kontrolliert (weisser Saal) und entspricht den hohen europäischen Normen i.S. biologische Sicherheitsüberwachung und gesundheitspolizeiliche Sicherheit. Die BDCG arbeitet eng mit Gesprächspartnern des PLDO und mit den Spendekoordinatoren wenn es um die Sammlung der Hornhaute geht. Die Aufgaben der BDCG sind das Sicherstellen der Gefahrlosigkeit der Entnahme (Sicherheitskontrollen), der Optimisierung der Transplantaten, der Überprüfung und Bestätigung der endothelialen Qualität, der Anonymisierung der Spende, der Rückverfolgbarkeit bis zum Transplantat, der gerechten Verteilung zwischen den Spitälern, die Partner des PLDO sind, den städtischen Ärztepraxen, sowie den schweizerischen und europäischen Spitälern.

Kann man alle Hornhaute transplantieren?

Ungefähr 50 – 55 % der Transplantate sind gesund wenn sie für eine Transplantation aus der Bank kommen. Dies weil verschiedene Kontrollen während der Entnahme und in der Bank durchgeführt werden, die die Sicherheit der Transplantaten (gesundheitspolizeiliche Kontrollen) und deren Qualität (makroscopische Transparenz und Qualität der endothhelialen Schicht der Hornhaut).

Wieviele Hornhauttransplantation werden jährlich in der Schweiz durchgeführt?

Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) werden ungefähr 400 Transplantationen in der Schweiz realisiert.