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70 Jahre LC Zürich – 70 Jahre Lionismus in der Schweiz

National

Vor 70 Jahren wurde in Zürich der erste deutschsprachige Lions Club der Welt ins Leben gerufen.

Die Gründung des LC Zürich bedeutete gleichzeitig die Geburtsstunde des Lionismus in der Schweiz und bald darauf auch in ganz Europa.

Noch waren überall in Europa die Wunden des Zweiten Weltkrieges spürbar, als der junge Bündner Rechtsanwalt Hector von Salis 1948 von einer Reise aus Amerika zurückkehrte. Dort hatte er erstmals von der Lions-Idee gehört. Der Gedanke, jenen zu helfen, denen es an vielem mangelt und die auf die Hilfe anderer angewiesen sind, faszinierte ihn. Er beschloss, das Motto «We serve» auch in der Schweiz zum Leben zu erwecken. Er scharte einige Männer um sich, die sein Gedankengut teilten, und gründete am 9. Oktober 1948 den LC Zürich. Von hier aus sprang der Funke über auf die Nachbarländer Deutschland und Österreich. Nach zwei Jahren gab der «Urlöwe », wie Hektor von Salis oft genannt wurde, das Präsidium seines Clubs ab, um sich fortan fast ausschliesslich um die Gründung weiterer Clubs in der Schweiz und im benachbarten Ausland zu kümmern. Als Patenclub stand der LC Zürich seither vielen Clubs bei ihrer Gründung hilfreich zur Seite: Basel, Davos-Klosters, St. Gallen, Zürcher Oberland, Zürich-Central, Zürich Limmat, Zürich St. Peter, Liechtenstein, Graz, Wien, Düsseldorf, München, Konstanz und Saarbrücken.


Ganz einfach: Der Kandidat muss zu uns passen!


Der LC Zürich heute

Wie steht es heute um den ältesten deutschsprachigen Club der Welt? Darüber gibt Oliver Müller, aktueller Präsident des LC Zürich, Auskunft.

70 Jahre – spürst du als neuer Präsident bei deinem Club erste Alterserscheinungen?

Oliver Müller: Nein, im Gegenteil. In den letzten Jahren konnten wir viele jüngere Mitglieder aufnehmen und haben einen hervorragenden Mix aus allen Alters- und Berufsgruppen. Der Club entwickelt sich ständig weiter und ist gleichzeitig in der Lage, bewährte Traditionen zu erhalten. Dies erklärt aus meiner Sicht auch die Tatsache, dass sich unsere Mitglieder im Club offensichtlich wohlfühlen.

Was hält den LC Zürich auch im hohen Alter von 70 Jahren nach wie vor so jung und frisch?

Die Kunst, das Feuer am Brennen zu erhalten, liegt in einer sorgfältigen Auswahl der Kandidaten für eine Mitgliedschaft. Schliesslich sind es die Neumitglieder, die den Club in den nächsten Jahren weiterbringen und dann ihrerseits wieder neue Mitglieder rekrutieren werden. Dieser Erneuerungsprozess ist dem LC Zürich in den letzten 70 Jahren, wie die Entwicklung zeigt, ziemlich gut gelungen.


Unsere Mitglieder sind auch sonst engagierte Persönlichkeiten.


Nach welchen Kriterien wählt der LC Zürich seine neuen Mitglieder aus?

Ganz einfach: Der Kandidat muss zu uns passen! Und zwar in dem Sinne, dass er unsere Werte teilt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen sowie sich aktiv am Clubleben zu beteiligen. Nachdem die Aufnahmekommission einen Kandidaten geprüft und als geeignet befunden hat, wird dieser zur Teilnahme an fünf Meetings eingeladen. Diese Gepflogenheit hat sich sehr bewährt, dient sie doch beiden Seiten: Der Kandidat erhält einen vertieften Einblick in den Club, und unsere Mitglieder haben Gelegenheit, den künftigen Lions-Freund näher kennenzulernen.

Allein in der Stadt Zürich gibt es heute fast 20 Lions Clubs. Sie alle sind auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Wie schafft der LC Zürich es trotz dieser grossen Konkurrenz, nach wie vor attraktiv zu bleiben?

Meines Erachtens besteht kein Konkurrenzdenken unter den einzelnen Clubs. Es sind wohl die regelmässigen Treffen mit interessanten Menschen und die abwechslungsreichen Programme, die den LC Zürich besonders attraktiv machen.


Der Erneuerungsprozess ist dem LC Zürich in den letzten 70 Jahren ziemlich gut gelungen.


Aussenstehende halten Lions- und andere Service-Clubs oft für Altherrenclubs oder elitäre Damenkränzchen, in denen man unter sich ist, Beziehungen pflegt und gut isst. «We serve» diene dabei lediglich als hübsches Deckmäntelchen. Was sagst du zu solchen Äusserungen?

Die Freundschaft und die Beziehungspflege, die unser Lions Club bietet, sind speziell und einzigartig. Natürlich kann der eine oder der andere einmal von einer Lions-Beziehung profitieren. Das ist völlig in Ordnung und gehört dazu. Es gibt heute aber wesentlich geeignetere Networking- Plattformen als Service-Clubs. Diese sind weniger verbindlich und haben keine Eintrittshürden im Sinne unseres Aufnahmeprinzips. An erster Stelle stehen bei uns – wie wohl bei allen Lions Clubs – die Pflege der Freundschaft und das Motto «We serve», also die Bereitschaft, sich für andere einzusetzen.

Wie steht es im LC Zürich um die aktive Beteiligung der Mitglieder an Activities?

Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit der Einsatzbereitschaft unserer Mitglieder. Es ist aber so, dass auch wir unsere Mitglieder immer wieder aktivieren müssen, da sie auch sonst engagierte Persönlichkeiten sind. Deren Zeit ist bekanntlich immer knapp. Aber ich bin stolz, sagen zu dürfen: Wenn wir unsere Mitglieder brauchen, sind sie da.

Interview: Alfred Fetscherin