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MD 102 - Eine Plattform für die Jugend

Youth National

Jürg Vogt möchte in seinem Amtsjahr als Council Chairman der Jugend eine breite Plattform geben. Friedensplakatwettbewerb, Musikwettbewerb und Jugendaustausch sollen gestärkt und neu soll auch in der Schweiz ein Young Ambassador Award vergeben werden.

Den Young Ambassador Award gab es bisher in unserem Multidistrikt nicht. Du möchtest diese Activity nun auch bei uns aufbauen. Warum?

Jürg Vogt: Mit dem Young Ambassador Award sprechen wir 15- bis 19-Jährige an. Diese Altersgruppe liegt zwischen dem Friedensplakatwettbewerb und dem Jugendaustausch. Damit können wir alle Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 23 in einen Wettbewerb einbeziehen. Die Bewerbung als Young Ambassador ist eine gute Schulung. Die Teilnehmer präsentieren ein persönliches gemeinnütziges Projekt. Analog zum Musikwettbewerb kürt eine Jury den nationalen Gewinner oder die Gewinnerin, der oder die dann ihre Arbeit am Europa Forum in Englisch vorstellt.

Wann startet diese Activity?

Unser Ziel ist, bereits für Tallinn einen Young Ambassador anzumelden. Für einen nationalen Wettbewerb ist es natürlich zu spät. Aber es wäre schön, wenn wir eine motivierte junge Persönlichkeit mit einem guten Projekt fänden, die bereit ist, in Tallinn anzutreten. Das würde uns erlauben, erste Erfahrungen zu sammeln, bevor wir im kommenden Jahr den Wettbewerb starten.

Wie willst du die Clubs für diese neue Activity gewinnen?

Wir haben auf Ebene Multidistrikt eine Delegierte eingesetzt. Kristin Vuitton vom LC Genève-Lac ist dabei, ein Reglement zu erarbeiten, und sie nimmt auch bereits Kontakt auf mit den Distrikten. Dort sollen ebenfalls Delegierte eingesetzt werden. Das muss keine zusätzliche Person sein. Diese Aufgabe können zum Beispiel die Delegierten für die Jugend oder für die bestehenden Wettbewerbe übernehmen. Dies zu entscheiden, überlassen wir den Distrikten.

Seit Jahren könnten die Schweiz und Liechtenstein im Rahmen des Jugendaustauschs 50 Jugendlichen einen Auslandaufenthalt ermöglichen. Die Zahlen liegen jedoch weit darunter. Warum wird diese attraktive Möglichkeit so wenig genutzt?

Wir nutzen dieses Potenzial tatsächlich viel zu wenig. Dieses Jahr senden wir nur 27 Jugendliche ins Ausland. Das ist sehr schade. Der Jugendaustausch ist eine wertvolle Erfahrung für einen jungen Menschen. Ich vermute, dass die Möglichkeit des Outgoing-Jugendaustauschs bei jüngeren Lions zu wenig bekannt ist. Das wollen wir ändern.

Wer kann am Outgoing-Jugendaustausch teilnehmen?

Alle Jugendlichen zwischen 17 und 22 Jahren können teilnehmen. Voraussetzung ist, dass sie gute Englischkenntnisse haben und sich für einen Auslandaufenthalt interessieren. Es müssen nicht zwingend Kinder von Lions-Mitgliedern sein. Ein Club kann auch einem Jugendlichen aus der Nachbarschaft, dessen Eltern ihm keinen Auslandaufenthalt finanzieren können, eine solche Chance anbieten.

Die Liste der Activities, bei denen die Clubs aufgerufen sind mitzumachen, ist lang. Jugendaktivitäten, Campaign 100 und vieles mehr. Überfordern wir die Clubs damit nicht?

Kampagnen sind oft zeitlich begrenzt. Campaign 100 zum Beispiel ist limitiert auf drei Jahre. Es gibt viele Clubs, die dankbar sind, wenn sie aus einem Strauss an regionalen und internationalen Activities auslesen und sich einer bestehenden Kampagne anschliessen können.

Was ist das Ziel von Campaign 100?

Es ist unser Ziel, innert dreier Jahre zwei Millionen Franken zu sammeln. Ein Team erarbeitet im Moment die Strategie, wie das Geld gesammelt werden soll. Das Leuchtturmprojekt ist «Clean Water », ein Projekt zugunsten Tadschikistans. Dazu kommen weitere konkrete Projekte. Dies sind LCIF-Projekte. Wir bestimmen aber selbst über die Nutzniesser und können direkt Einfluss nehmen.

Du hast nur ein Jahr Zeit, deine Pläne umzusetzen. Was liegt dir am meisten am Herzen?

Qualität und Kontinuität. Ich habe bereits eng mit Past Council Chairperson Esther Aepli zusammengearbeitet und bin überzeugt, dass mein Nachfolger die Gedanken weiterentwickelt. Projekte greifen erst nach mehreren Jahren, und sie müssen mit der nötigen Qualität angegangen werden. Wichtig ist mir auch, dass wir Lions uns auf allen Ebenen in gutem Einvernehmen gemeinsam für gemeinnützige Projekte einsetzen. Dabei sollten wir daran denken, dass wir einer weltweiten Organisation angehören. Regionale und nationale Projekte sind wichtig. Es besteht aber auch ausserhalb unserer Landesgrenzen Bedarf für unsere Hilfe. Ich bin überzeugt, dass wir mit gut strukturierten Activities und einem attraktiven Clubprogramm auch vermehrt junge Mitglieder anziehen.

Interview: Heidi Mühlemann